Alternative Antriebe im Fuhrpark

DAT-Barometer Juli 2021

Schwerpunkt Flotte/Fuhrpark

Wenn von Flotte oder Fuhrpark die Rede ist, handelt es sich um einen Teil der gewerblichen Zulassungen. Speziell in Firmenfuhrparks kommen weiterhin in hohem Maße Diesel-Pkw zum Einsatz, gut jeder zehnte Dienstwagen ist derzeit mit einem alternativen Antrieb ausgestattet – ein deutlich höherer Anteil als in der Vergangenheit. Jeder Zweite ist dabei ein Plug-In-Hybrid (PHEV), aber auch Mildhybride (MHEV) fließen in diese Gruppe mit ein. Auf die Frage, was für die Anschaffung von alternativen Antriebsarten spricht, wurden am häufigsten die günstigen steuerlichen Rahmenbedingungen genannt. Die große Mehrheit der Fuhrparkleiter stellt Fahrern von elek­trifizierten Fahrzeugen Lademöglichkeiten am Arbeitsplatz zur Verfügung, 58% knüpfen die Beschaffung aber auch an bestimmte Bedingungen wie z. B. Länge des Arbeitsweges. Jeder fünfte Fuhrparkleiter hat Dienstwagenberechtigte, die wieder zum klassischen Verbrenner zurückkehren möchten. Bei PHEV vermutet über die Hälfte der Fuhrparkleiter, dass einige ihrer Dienstwagenberechtigten diese Fahrzeuge kaum von außen laden, sondern wie einen klassischen Verbrenner fahren. Zwei derzeit häufig diskutierte Punkte in der Autobranche sind E-Fuels und Auto-Abos. Von E-Fuels haben die meisten Fuhrparkleiter (78%) zumindest gehört, die wenigsten aber (6%), sich intensiv damit beschäftigt. Mit dem Thema Auto-Abos haben sich 41% eigenen Angaben zufolge schon auseinandergesetzt, bereits im Einsatz sind Abos erst bei 1% der Befragten. Nur jeder fünfte Fuhrparkleiter sieht ein Abo als Alternative zum Leasing.

Alternative Antriebe im Fuhrpark

Alternative Antriebe im Fuhrpark

Gewerbliche und private Neuzulassung

Alternative Antriebe im Fuhrpark

Gewerbliche Zulassungen dominieren den Neuwagenmarkt: Neuzulassungen werden in hohem Maße durch gewerbliche Zulassungen geprägt. Sie machen im ersten Halbjahr 2021 gut zwei Drittel aller Neuwagen aus, ein Drittel wird durch private Halter getätigt. Hierbei muss man allerdings beachten, dass nicht jede gewerbliche Zulassung auch ein Dienstwagen ist, sondern hierzu auch Zulassungen auf den Handel, auf Autovermieter oder auf Automobilhersteller zählen. Der Bereich „Flotte“ macht innerhalb der gewerblichen Zulassungen mit 45% den Löwenanteil aus, bezogen auf alle 1,391 Mio. Neuzulassungen sind es 30%.

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Alternative Antriebe im Fuhrpark

Diesel in Fuhrparks weiterhin bestimmend: Die Bandbreite der Flottenfahrzeuge reicht von Vertriebsaußendienst bis zum ambulanten Pflegedienst. Bedingt durch hohe Jahresfahrleistung sind nach wie vor Diesel-Pkw weit verbreitet (75% der Pkw in den Fuhrparks). Der Anteil der alternativen Antriebe liegt derzeit bei 11%. Hiervon machen die Plug-In-Hybride mit 54% den größten Anteil aus, gefolgt von den rein batterieelektrischen Pkw (BEV) mit 29%. Die so genannten Mildhybride (MHEV), die von den Fuhrparkleitern mit 10% angegeben wurden, müssten strenggenommen den Verbrennern zugeordnet werden, da die MHEV nicht alleine elektrisch fahren können.

Aussagen PHEV

Steuerliche Anreize könnten alternative Antriebe pushen: Für Dienstwagenberechtigte besteht bei BEV- und PHEV-Fahrzeugen ein vergünstigter Steuersatz. Sie müssen je nach Kriterien nur 0,25 oder 0,5% des Bruttolistenpreises versteuern. Diesen Anreiz wählten 74% der befragten Fuhrparkleiter (Top-Nennung), und auch 62% bestätigten, dass sie Anfragen von Dienstwagenfahrern zur Beschaffung solcher Pkw hätten. An zweiter Stelle wird mit 71% die grundsätzliche Verbesserung der CO2-Bilanz genannt. Die eigenen, firmeninternen CO2-Richtlinien sind für die Hälfte der Fuhrparkleiter ebenfalls ein wichtiger Beschaffungsgrund.

Aussagen der Fuhrparkleiter zu PHEV

Kriterien für PHEV als Dienstwagen: Speziell zu PHEV befragt, gaben 68% der Fuhrparkleiter an, dass ihren Dienstwagenberechtigten Lademöglichkeiten am Arbeitsplatz zur Verfügung stünden. Bei 58% ist die Bestellung von PHEV-Dienstwagen an bestimmte Bedingungen geknüpft (Länge des Arbeitsweges oder vorhandene Lademöglichkeit zu Hause). Allerdings vermuten auch 53% der Fuhrparkleiter, dass einige der Dienstwagenberechtigten einen PHEV wie einen klassischen Verbrenner fahren, d. h. diesen nicht extern laden. Gestiegen sind bei 47% der Befragten durch PHEV im Fuhrpark die laufenden Kosten. Und: 21% haben Dienstwagenberechtigte, die wieder zu einem klassischen Verbrenner zurückkehren möchten.

Alternative Antriebe im Fuhrpark

E-Fuels: Kenntnisstand und Einschätzung der Fuhrparkleiter

E-Fuels bei Fuhrparkleitern bekannt: Im Zuge der Diskussion um den Ausstieg aus dem Verbrenner ist oft von E-Fuels die Rede. 6% der befragten Fuhrparkleiter hat sich bereits intensiv damit beschäftigt, 27% hat viel davon gehört oder gelesen und 45% bereits etwas davon gehört oder gelesen. Bei der weiteren Befragung dieser drei Teilgruppen kam heraus, dass die meisten diese Kraftstoffe für vielversprechend halten. Sie seien eine klimaschonende Alternative neben der Elektromobilität, da Verbrenner das Straßenbild noch lange Zeit beherrschen werden. 20% gaben zu Protokoll, dass sie nichts davon halten, da deren Herstellung aufwendig und somit auch längerfristig ein sehr teurer Kraftstoff sei.

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Alternative Antriebe im Fuhrpark

Auto-Abos im Fuhrpark kaum relevant: Auto-Abos werden seit wenigen Jahren intensiv in der Automobilbranche diskutiert. Gegen einen festen monatlichen Betrag wird die Nutzung von Pkw angeboten. Im Abopreis enthalten ist i. d. R. Versicherung, Wartung/Service (inkl. HU/AU) und Kfz-Steuer. Von allen befragten Fuhrparkleiter bestätigten 41%, dass sie sich bereits damit auseinandergesetzt haben. Bei einem Prozent bestehe aktuell bei Dienstwagenfahrern ein Abo. 21% aller Befragten sehen in einem Auto-Abo eine Alternative zum klassischen Leasingvertrag, 79% verneinten dies.

DAT-Barometer 2021 Automobiles Wissen beginnt mit uns.„Nachhaltigkeit wird im Fuhrpark- und Mobilitätsmanagement immer wichtiger. Sie ist heutzutage ein selbstverständlicher Teil der Unternehmensstrategie – oder sollte es sein. Unternehmen entscheiden nach ökologischen, aber notweniger Weise auch nach betriebswirtschaftlichen Kriterien. Mobilitätsanforderungen müssen erfüllt werden, die passenden Fahrzeuge oder Alternativen lieferbar sein. Deswegen kann eine Mobilitätswende auch kein radikaler Umbruch sein, sondern ist ein Prozess, der Übergangstechnologien, intelligente Lösungen und die richtigen politischen Rahmenbedingungen braucht. Alternative Antriebe, neue Technologien, Themen wie eFuels und neue Konzepte für betriebliche Mobilität sind ein Mittel, um den Weg zu einer nachhaltigen betrieblichen Mobilität zu bereiten. Die steuerlichen Anreize zeigen nach den vorliegenden Ergebnissen des DAT-Barometers Wirkung. Natürlich beeinflussen sie Entscheidungen in den Unternehmen. Allerdings sind die Förderungen häufig zu wenig differenziert, Beispiel Plug-In-Hybride. Das ist eher ein Geschenk an die Autoindustrie zur Erreichung der CO2-Ziele. Grundsätzlich ist die Förderung der E-Mobilität zwar gut, aber mit Blick auf den ökologischen Fußabdruck bei Plug-In-Hybriden eher eine Mogelpackung. Eine Förderung muss nach unserer Ansicht – und da stehen wir nicht alleine – an eine adäquate Stromnutzung von mindestens 50 Prozent gekoppelt werden. Aber bei aller Kritik, die Förderung umweltfreundlicher Technologie an sich ist zu begrüßen. Doch wenn der Staat eingreift, sollte alles ein wenig strukturierter und auch Bedarfen der Unternehmen gerechter werden. Problem: Es ist gefährlich, Scheuklappen anzulegen, sich nur auf E-Mobilität zu fokussieren und den Blick auf andere alternative Antriebe nicht zu wollen. Alle Möglichkeiten, Emissionen zu reduzieren sollten gleich gefördert werden. Aber klar ist auch: Subventionierungen auf Dauer können nicht zielführend sein.“

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Methodik
Das DAT-Barometer ist eine Momentaufnahme aus primär- und sekundärspezifischen Daten des Automarkts. Fuhrparkleiterbefragung: Im Auftrag der DAT wurden 78 Interviews über TeleResearch durchgeführt (Feldzeit: 28.6.–13.7.2021). Da keine amtlichen Daten zur Anzahl und Struktur der Betriebe mit Fuhrparks vorliegen, handelt es sich um eine Trendstudie. Befragt wurden Fuhrparkleiter aus Industrie, Gewerbe, Handel und öffentlichem Dienst, die mind. zwei Kriterien erfüllen: 1.) zuständig für das Fuhrparkmanagement, 2.) beteiligt oder zuständig bei der Auswahl und Steuerung etwaiger Fuhrparkmanagement-Dienstleister, 3.) beteiligt an der Frage der Pkw-Finanzierung.

Das nächste DAT-Barometer 
erscheint am 22 Sep. 2021

Grundsätzliche Hinweise:

…ins Leben gerufen, um die Diskussion um den Diesel zu versachlichen. Gemäß dem Auftrag der DAT, als neutrale Instanz die Daten der Automobilbranche zu sammeln, anzureichern und diese wieder strukturiert dem Markt zur Verfügung zu stellen, konnte eine umfangreiche Wissensplattform geschaffen werden. Diese soll unter dem Namen DAT-Barometer auch weiterhin als Grundlage all denjenigen dienen, die sich in öffentlichen Diskussionen über Themen aus der Automobilbranche vorzugsweise auf Fakten als auf Meinungen stützen. Die unterschiedlichen Perspektiven (private Autokaufplaner, Pkw-Halter, Automobilhändler, Fuhrparkverantwortliche) der einzelnen Veröffentlichungen zeigen hierbei das Spektrum des Marktes und dessen Sicht auf die individuelle Mobilität

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Pressemitteilung Juli 2021 (PDF)

Alle Details zu bisherigen Themen, schneller Zugriff auf alle Grafiken, einfache Recherche
sämtlicher Daten – rückwirkend bis 2017.

Sämtliche im DAT-Barometer enthaltenen Angaben sind urheberrechtlich geschützt.
Nachdruck und fotomechanische/digitale Wiedergabe, auch auszugsweise, nur mit Quellenangabe
„Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT)“. Kommerzielle Nutzung, auch auszugsweise, nur nach vorheriger Zustimmung der DAT.

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