Alternative Antriebe im Fuhrpark

DAT-Barometer September 2021

Schwerpunkt Bestand

Der Pkw-Bestand in Deutschland ist die Summe aller zu einem bestimmten Stichtag zugelassenen Fahrzeuge. Darunter fallen Fahrzeuge aller Altersklassen, d. h. Oldtimer, Youngtimer und auch ganz junge Fahrzeuge. Unabhängig vom Alter (im Schnitt 9,8 Jahre) fahren von allen rund 48 Mio. Pkw 96% mit einem Benzin- oder Dieselmotor. 4% entfallen auf sonstige Antriebe. Unterscheidet man alle 48 Mio. Pkw nur nach Fahrzeugen mit und ohne Verbrennertechnologie, erhöht sich der Anteil der Verbrenner sogar auf 99%. Dies hat zwei Gründe: Einerseits sind alle Hybridfahrzeuge mit einem Verbrenner-Antriebssystem ausgestattet. Andererseits gibt es die Thematik der so genannten Mildhybride. Diese können im Gegensatz zu anderen Hybridantrieben nicht rein elektrisch fahren, zählen aber laut KBA zu den alternativen Antriebsarten. Sie verfügen über einen so genannten Startergenerator (z. B. 48 Volt), der während der Fahrt beim Kraftstoffsparen hilft. Strenggenommen müssten alle Mild­hybride – je nach verbauter Verbrennerart – den 31 Mio. Benzinern oder 15 Mio. Diesel-Pkw zugeordnet werden. 

Rechnet man die 48 Mio. Pkw auf alle Bundesbürger in Deutschland um, so sind nicht nur 90% in privatem Besitz, sondern es verteilen sich auf 1.000 Einwohner im Schnitt 580 Pkw. 

Jedes Jahr kommen zu dem Pkw-Bestand etwa 3 Mio. Neuzulassungen hinzu, deutlich weniger Automobile werden exportiert oder verschrottet. Dadurch steigt der Bestand stets leicht an, und er wird zunehmend mit modernen Verbrennungsmotoren und im niedrigen zweistelligen Bereich mit batterieelektrischen Pkw angereichert. Das führt vor Augen, dass es noch eine ganze Weile dauern würde, bis der Pkw-Bestand vollkommen elektrifiziert wäre.

PKW-Bestand nach Antriebsarten

PKW-Bestand nach Antriebsarten

DAT-Barometer Antriebsarten Pkw-Bestand

PKW-Bestand nach Antriebsarten

Benziner dominieren weiterhin Pkw-Bestand: Zum 1.1.2021 waren in Deutschland 48.248.584 Pkw zugelassen und damit 1,1% mehr als zum selben Stichtag im Jahr zuvor. Zwei Drittel der Pkw entfielen auf die Antriebsart Benziner, ein Drittel hatte einen Dieselmotor. Während ihre Zuwachsraten nahezu auf Vorjahresniveau verharrten, verdoppelte sich der Anteil der Sonstigen Antriebsarten. Dennoch erreichten sie mit 4% nach wie vor einen sehr geringen Marktanteil. Aufgeschlüsselt unterteilen sie sich dabei in 57% Hybride (dabei sind auch die Mildhybride enthalten), 25% Gasfahrzeuge und 18% reine Elektroautos. Die höchsten Zuwachsraten generierten aber die reinen Elektroautos mit +126%.

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PKW-Bestand nach Antriebsarten

Antriebsarten in Haltergruppen unterschiedlich: Die bevorzugte Antriebsart variiert nach Haltergruppe. Die größte Haltergruppe sind dabei die privaten Halter, auf die gut 43 Mio. Pkw zugelassen sind. Diese setzen zu 69% auf Benziner, zu 28% auf Diesel und zu 3% auf Sonstige Antriebsarten. Ganz anders das Bild bei den gewerblichen Haltern (5 Mio. Pkw): Nur 35% deren Pkw sind mit einem Benzinmotor ausgestattet. Nicht zuletzt wegen des Langstreckenvorteils fährt die überwiegende Mehrheit (53%) einen Diesel und gut 12% ein Auto mit einer alternativen Antriebsart (inkl. Mildhybride). Besonders die Steuervoreile bei PHEV und BEV begünstigen diesen Effekt.

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Euro-6-Norm vorherrschend im Bestand: Zum Stichtag 1.1.2021 waren 37 Prozent aller Pkw in Deutschland mit der derzeit höchsten Abgasnorm (Euro 6) ausgestattet. Ein weiteres Viertel verfügte über die Euro-5-Norm. Aus dem Bestand verschwinden zunehmend die Euro-Normen 1–4: Machten diese vor fünf Jahren noch gut die Hälfte aus, waren es zum 1.1.2021 nur noch 36 Prozent. 

In allen Gruppen sind die Benziner am stärksten vertreten, besonders aber bei den Euro-Normen 1–4 mit fast 14 Mio. Einheiten. Die Sonstigen Antriebsarten, zu denen beispielsweise die modernen Hybride zählen, sind erwartungsgemäß mehrheitlich in der Euro-6-Norm anzutreffen. Pkw mit Elektroantrieb werden dagegen der Euro-Norm „Sonstige“ zugeschrieben, da die Emission nicht direkt am Fahrzeug stattfindet.

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Wieder gestiegene Kraftstoffkosten: Während bei den Zulassungszahlen eine klare Aufteilung nach Benzin und Diesel aufgrund der zunehmenden Verwässerung durch Mildhybride immer schwerer wird, macht eine Aufteilung nach Spritpreisen durchaus Sinn. Traditionell liegen die Preise für Benzin 10 bis 15 Prozent über dem Diesel. Während die Spritpreise 2020 während des ersten und zweiten Lockdowns sehr niedrig waren, stiegen sie Anfang 2021 wieder auf 2019er Niveau. Seitdem steigen sie kontinuierlich an und liegen mit 155,7 Cent/Liter für Benzin und 138,6 Cent/Liter für Diesel auf dem hohen Niveau von 2013. Aufgrund der Vielzahl verschiedener Anbieter ist eine Aufstellung der Kosten für eine Kilowattstunde für ein Elektrofahrzeug nicht möglich. Die Kosten sind für den Verbraucher somit nicht transparent.

Alternative Antriebe im Fuhrpark

DAT-Barometer Wertentwicklung

Gebrauchtwagen weiter stark gefragt: Durch den gestiegenen Stellenwert des Automobils aufgrund der Pandemie und die weiterhin angespannte Situation auf dem Neuwagenmarkt sind Gebrauchtwagen nach wie vor sehr begehrt. In der ersten Jahreshälfte war ein sehr stabiles Preisniveau bei den drei Jahre alten Gebrauchtwagen sichtbar. Seit Mitte des Jahres geht die Wertverlaufskurve sogar nach oben. Derzeit verkaufen Händler Benzin-Gebrauchtwagen für 56,8% des ehemaligen Listenneupreises, Diesel für 54,1%. Dieser Trend ist in allen Fahrzeug-Segmenten sichtbar. Besonders wertstabil zeigen sich u. a. SUV in der Mittelklasse.

PKW-Bestand nach Antriebsarten

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DAT-Barometer 2021 Automobiles Wissen beginnt mit uns.„Nachhaltigkeit wird im Fuhrpark- und Mobilitätsmanagement immer wichtiger. Sie ist heutzutage ein selbstverständlicher Teil der Unternehmensstrategie – oder sollte es sein. Unternehmen entscheiden nach ökologischen, aber notweniger Weise auch nach betriebswirtschaftlichen Kriterien. Mobilitätsanforderungen müssen erfüllt werden, die passenden Fahrzeuge oder Alternativen lieferbar sein. Deswegen kann eine Mobilitätswende auch kein radikaler Umbruch sein, sondern ist ein Prozess, der Übergangstechnologien, intelligente Lösungen und die richtigen politischen Rahmenbedingungen braucht. Alternative Antriebe, neue Technologien, Themen wie eFuels und neue Konzepte für betriebliche Mobilität sind ein Mittel, um den Weg zu einer nachhaltigen betrieblichen Mobilität zu bereiten. Die steuerlichen Anreize zeigen nach den vorliegenden Ergebnissen des DAT-Barometers Wirkung. Natürlich beeinflussen sie Entscheidungen in den Unternehmen. Allerdings sind die Förderungen häufig zu wenig differenziert, Beispiel Plug-In-Hybride. Das ist eher ein Geschenk an die Autoindustrie zur Erreichung der CO2-Ziele. Grundsätzlich ist die Förderung der E-Mobilität zwar gut, aber mit Blick auf den ökologischen Fußabdruck bei Plug-In-Hybriden eher eine Mogelpackung. Eine Förderung muss nach unserer Ansicht – und da stehen wir nicht alleine – an eine adäquate Stromnutzung von mindestens 50 Prozent gekoppelt werden. Aber bei aller Kritik, die Förderung umweltfreundlicher Technologie an sich ist zu begrüßen. Doch wenn der Staat eingreift, sollte alles ein wenig strukturierter und auch Bedarfen der Unternehmen gerechter werden. Problem: Es ist gefährlich, Scheuklappen anzulegen, sich nur auf E-Mobilität zu fokussieren und den Blick auf andere alternative Antriebe nicht zu wollen. Alle Möglichkeiten, Emissionen zu reduzieren sollten gleich gefördert werden. Aber klar ist auch: Subventionierungen auf Dauer können nicht zielführend sein.“

Methodik
Das DAT-Barometer ist eine Momentaufnahme aus primär- und sekundärspezifischen Daten des Automarkts. Monatlich werden hierzu umfangreiche Auswertungen vorgenommen, darunter aus Datenbanken der DAT und des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA).

Das nächste DAT-Barometer 
erscheint am 27. Oktober 2021

Grundsätzliche Hinweise:

…ins Leben gerufen, um die Diskussion um den Diesel zu versachlichen. Gemäß dem Auftrag der DAT, als neutrale Instanz die Daten der Automobilbranche zu sammeln, anzureichern und diese wieder strukturiert dem Markt zur Verfügung zu stellen, konnte eine umfangreiche Wissensplattform geschaffen werden. Diese soll unter dem Namen DAT-Barometer auch weiterhin als Grundlage all denjenigen dienen, die sich in öffentlichen Diskussionen über Themen aus der Automobilbranche vorzugsweise auf Fakten als auf Meinungen stützen. Die unterschiedlichen Perspektiven (private Autokaufplaner, Pkw-Halter, Automobilhändler, Fuhrparkverantwortliche) der einzelnen Veröffentlichungen zeigen hierbei das Spektrum des Marktes und dessen Sicht auf die individuelle Mobilität

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Barometer September 2021 (PDF)

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„Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT)“. Kommerzielle Nutzung, auch auszugsweise, nur nach vorheriger Zustimmung der DAT.

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