E-Mobilität und Werkstatt

DAT-Barometer November 2021

Schwerpunkt Pkw-Halter

Verbrauchersicht: E-Mobilität und Werkstatt

Der Automobilmarkt befindet sich in einer nie dagewesenen Lage. Lange Lieferzeiten, Chipmangel und wenig Gebraucht­wagen – und das bei gleichzeitig gestiegener Bedeutung des Automobils. So liegen die Neuzulassungen im Oktober mehr als 30% unter dem Vorjahresmonat, und auch bei den batterie­elektrischen Pkw sorgt der Chipmangel für ein Stagnieren der Zulassungs­statistik. 

Der Fokus des aktuellen Barometers liegt aber auf dem Kontext E-Autos und Werkstatt. Befragt man alle Pkw-Halter hierzulande, wie sie die E-Mobilität in Bezug auf Werkstatt und Versicherung sehen, wird deutlich, dass viele hierzu (noch) keine klare Meinung haben. Ist die eigene Werkstatt imstande, ein E-Auto zu reparieren? Ein Drittel glaubt das nicht. Ähnlich viele trauen sich aber auch keine Aussage zu. Dass Werkstattbesuche seltener werden, das glaubt ein Drittel der Pkw-Halter. Dass sie teurer werden, glaubt die Hälfte.  Apro­pos teurer: Zwei Drittel befürchten, es kommen auch höhere Kosten auf sie zu, wenn es um die Entsorgung von verunfallten oder zu alten E-Autos geht. Daher ist sich die Hälfte aller Befragten auch sicher, dass die Versicherungs­prämien für Elektroautos teurer werden. Wie das tatsächlich wird, bleibt abzuwarten.

Was in jedem Fall gestiegen ist, sind die Gebrauchtwagen­preise. Der Handel kann derzeit gebrauchte Benziner und Diesel-Pkw zu hohen Preisen vermarkten. Insgesamt wird der Markenhandel deutlich weniger Gebrauchtwagen in diesem Jahr verkaufen als in den Jahren zuvor, aber diejenigen, die er verkauft, verkauft er zumindest mit Gewinn.

E-Mobilität und Werkstatt

E-Mobilität und Werkstatt

Pkw-Neuzulassungen im Trend

Wie denken Pkw-Halter über E-Mobilität? 

Neuzulassungen unter Vorjahr – BEV und PHEV konstant: Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) liegen die Neuzulassungen für 2021 deutlich unter dem Vorjahreszeitraum (-5,2%). Die Belebung im März sorgt zwar für einen Ausgleich gegenüber dem schlechten Frühjahr 2020, kann aber durch die aktuellen Probleme (Lieferketten, Chipmangel) nicht die Ergebnisse des Vorjahres halten.
Dramatisch zeigt sich dies im Vergleich zum Oktober 2020 mit einem Rückgang von 34,9%. Was die Zulassungen der BEV und PHEV betrifft, so sieht man auch hier die Probleme durch den Chipmangel. Ein drastischer Anstieg wie im Vorjahr ist nicht mehr sichtbar, sondern die Zahlen haben sich auf einem stabilen Niveau eingependelt.

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Wie denken Pkw-Halter über E-Mobilität?

Unsicherheit bei E-Kompetenz der Werkstatt: Unabhängig davon, ob man ein E-Auto besitzt oder nicht, wurden die Pkw-Halter befragt, ob sie glauben, dass ihre Werkstatt imstande wäre, ein E-Auto zu reparieren. Zwar ist es schwierig, die Kompetenz einer Werkstatt von Laien beurteilen zu lassen, aber dennoch liefern die Ergebnisse ein interessantes Bild: 28% der Befragten legen sich bei diesem Thema nicht fest, 38% trauen ihrer Werkstatt die Reparatur und Wartung eines E-Autos zu, aber immerhin 34% sprechen ihrer Werkstatt die Kompetenz ab. 58% glauben, dass nur spezialisierte Werkstätten imstande sind, E-Autos zu reparieren.

Werkstattbesuche mit E-Autos: Selten aber teuer?

Werkstattbesuche mit E-Autos: Selten aber teuer? Mit 32% ist fast ein Drittel der befragten Pkw-Halter der Meinung, dass ein E-Auto insgesamt seltener als ein klassischer Verbrenner eine Werkstatt besuchen muss. Gleichzeitig denken aber 52%, dass so ein Werkstattbesuch mit dem E-Auto teurer ist als mit dem klassischen Verbrenner. Wenn es speziell um Unfallreparaturen geht, so sind sich mit 61% fast zwei Drittel der Befragten einig, dass solche Arbeiten an E-Autos teurer sind als bei herkömmlichen Verbrennern. In der Realität liegen noch keine flächendeckenden Erkenntnisse vor, dass Werkstattbesuche mit E-Autos (BEV) tatsächlich seltener oder teurer sind als bei Verbrennern.

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Pkw-Halter rechnen mit steigenden Versicherungskosten bei E-Autos: Die Mehrheit der Pkw-Halter (66%) befürchtet, dass sie für die Entsorgung von E-Autos (etwa nach einem Unfall oder ab einem gewissen Alter des E-Fahrzeugs, wenn die Verschrottung ansteht) zur Kasse gebeten werden. Dies könnte z. B. in Form einer höheren Versicherungsprämie geschehen. Konkret nach den Versicherungen gefragt, denken 52%, dass diese für E-Autos in Zukunft deutlich teurer werden. Gut 24% glaubt das nicht, und weitere 24% können oder wollen hierzu keine Angaben machen.

E-Mobilität und Werkstatt

Wertentwicklung

Gebrauchtfahrzeugwerte hoch wie nie zuvor: Die anhaltende Knappheit bei Gebrauchtwagen macht sich in weiter steigenden Transaktionspreisen bemerkbar. Dreijährige Benziner erzielen derzeit 59,3% ihres ehemaligen Listenneupreises, Diesel 56,2%. Beide Werte bedeuten einen Höchststand in den bisherigen Analysen für das DAT-Barometer. Hinzu kommt, dass die Fahrzeugwerte in der zweiten Jahreshälfte für gewöhnlich leicht fallend sind. Eine Ausnahme konnte bereits 2020 mit stabilen Werten beobachtet werden. Steigende Kurven in der zweiten Jahreshälfte gab es in dieser Form noch nie. Daran zeigt sich, dass besonders auf dem Gebrauchtwagenmarkt Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen.

Wie denken Pkw-Halter über E-Mobilität?

DAT-Barometer 2021 Automobiles Wissen beginnt mit uns.

DAT-Barometer 2021 Automobiles Wissen beginnt mit uns.„Nachhaltigkeit wird im Fuhrpark- und Mobilitätsmanagement immer wichtiger. Sie ist heutzutage ein selbstverständlicher Teil der Unternehmensstrategie – oder sollte es sein. Unternehmen entscheiden nach ökologischen, aber notweniger Weise auch nach betriebswirtschaftlichen Kriterien. Mobilitätsanforderungen müssen erfüllt werden, die passenden Fahrzeuge oder Alternativen lieferbar sein. Deswegen kann eine Mobilitätswende auch kein radikaler Umbruch sein, sondern ist ein Prozess, der Übergangstechnologien, intelligente Lösungen und die richtigen politischen Rahmenbedingungen braucht. Alternative Antriebe, neue Technologien, Themen wie eFuels und neue Konzepte für betriebliche Mobilität sind ein Mittel, um den Weg zu einer nachhaltigen betrieblichen Mobilität zu bereiten. Die steuerlichen Anreize zeigen nach den vorliegenden Ergebnissen des DAT-Barometers Wirkung. Natürlich beeinflussen sie Entscheidungen in den Unternehmen. Allerdings sind die Förderungen häufig zu wenig differenziert, Beispiel Plug-In-Hybride. Das ist eher ein Geschenk an die Autoindustrie zur Erreichung der CO2-Ziele. Grundsätzlich ist die Förderung der E-Mobilität zwar gut, aber mit Blick auf den ökologischen Fußabdruck bei Plug-In-Hybriden eher eine Mogelpackung. Eine Förderung muss nach unserer Ansicht – und da stehen wir nicht alleine – an eine adäquate Stromnutzung von mindestens 50 Prozent gekoppelt werden. Aber bei aller Kritik, die Förderung umweltfreundlicher Technologie an sich ist zu begrüßen. Doch wenn der Staat eingreift, sollte alles ein wenig strukturierter und auch Bedarfen der Unternehmen gerechter werden. Problem: Es ist gefährlich, Scheuklappen anzulegen, sich nur auf E-Mobilität zu fokussieren und den Blick auf andere alternative Antriebe nicht zu wollen. Alle Möglichkeiten, Emissionen zu reduzieren sollten gleich gefördert werden. Aber klar ist auch: Subventionierungen auf Dauer können nicht zielführend sein.“

Methodik

Das DAT-Barometer ist eine Momentaufnahme aus primär-/sekundärspezifischen Automarkt-Daten.
Für die Verbraucherbefragung (Oktober 2021) wurde im Auftrag der DAT eine repräsentative Stichprobe von 1.062 Online-Interviews (CAWI) über die GfK im Zeitraum 05.–07.10.2021 durchgeführt. Die Datengewichtung erfolgte nach KBA-Pkw-Bestand (Marke u. Motorart).

Das nächste DAT-Barometer 
erscheint am 23. Februar 2022

Grundsätzliche Hinweise:

…ins Leben gerufen, um die Diskussion um den Diesel zu versachlichen. Gemäß dem Auftrag der DAT, als neutrale Instanz die Daten der Automobilbranche zu sammeln, anzureichern und diese wieder strukturiert dem Markt zur Verfügung zu stellen, konnte eine umfangreiche Wissensplattform geschaffen werden. Diese soll unter dem Namen DAT-Barometer auch weiterhin als Grundlage all denjenigen dienen, die sich in öffentlichen Diskussionen über Themen aus der Automobilbranche vorzugsweise auf Fakten als auf Meinungen stützen. Die unterschiedlichen Perspektiven (private Autokaufplaner, Pkw-Halter, Automobilhändler, Fuhrparkverantwortliche) der einzelnen Veröffentlichungen zeigen hierbei das Spektrum des Marktes und dessen Sicht auf die individuelle Mobilität

März      April     Mai     Juni     Juli   August    September    Oktober      November     Dezember

Barometer November 2021 (PDF)

Alle Details zu bisherigen Themen, schneller Zugriff auf alle Grafiken, einfache Recherche
sämtlicher Daten – rückwirkend bis 2017.

Sämtliche im DAT-Barometer enthaltenen Angaben sind urheberrechtlich geschützt.
Nachdruck und fotomechanische/digitale Wiedergabe, auch auszugsweise, nur mit Quellenangabe
„Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT)“. Kommerzielle Nutzung, auch auszugsweise, nur nach vorheriger Zustimmung der DAT.

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