Pkw-Bestand offenbart die Wahrheit auf Deutschlands Straßen

DAT-Barometer November 2022

Schwerpunkt Bestand

Das Auto steht zunehmend unter Beschuss. Vor allem umweltpolitische Gedanken und die massiv steigenden Kosten haben – neben weiteren Punkten – hierzu ihren Beitrag geleistet. Dennoch hat die Bedeutung des Automobils aus Sicht der Pkw-Halter besonders während der Corona-Jahre deutlich zugenommen, und noch ein weitere Aspekt deutet auf den hohen Stellenwert des Autos hin: Der Pkw-Bestand in Deutschland wächst kontinuierlich. Wichtigste Quelle für die Analyse des Pkw-Bestands ist das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA), das immer zu bestimmten Stichtagen die jeweils hierzulande zugelassenen Fahrzeuge veröffentlicht. Die aktuelle Zählung aller Fahrzeuge zum 1.10.2022 ergab 48.733.413 Einheiten. Das sind etwa 85.000 Pkw mehr als zum selben Stichtag des Jahres 2021. 

Aus den Bestandszahlen lassen sich aber noch weitere interessante Gesichtspunkte ableiten. So sind nur 11% aller Pkw auf gewerbliche Kunden zugelassen (Autohandel, Autohersteller, Autovermieter, gewerbliche Fuhrparks), die große Mehrheit aller Pkw wird von Privatpersonen gefahren. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf Haltedauer und Fahrzeugalter, sondern auch auf die Antriebsart. Gewerbliche Kunden fahren vor allem Diesel, Privatpersonen vor allem Benziner. Interessant ist zudem – auch wenn der Vergleich sehr vereinfacht ist und einige Aspekte außen vorlässt – dass der Pkw-Bestand in einem bestimmten Zeitraum nicht um die Anzahl der im gleichen Zeitraum neu zugelassenen E-Fahrzeuge wächst: Hier zeigt sich ein Delta in fünfstelliger Größenordnung. 

Pkw-Bestand offenbart die Wahrheit auf Deutschlands Straßen

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Pkw-Bestand offenbart die Wahrheit auf Deutschlands Straßen

Pkw-Bestand offenbart die Wahrheit auf Deutschlands Straßen

Schwund von E-Fahrzeugen in der Statistik: Auffällig bei der Betrachtung der rein batterieelektrischen Fahrzeuge (BEV) und Plug-In-Hybride (PHEV) im Pkw-Bestand ist, dass deren Mengen sich anders entwickeln, als die Neuzulassungen es vermuten lassen. So wurden von Januar bis einschließlich September 272.473 BEV und 215.647 PHEV neu zugelassen, und rein rechnerisch müsste der Pkw-Bestand in etwa um diese Menge gewachsen sein. In der Realität ergibt sich allerdings ein deutliches Delta. So „fehlten“ zum Stichtag 1.10.2022 im Vergleich zum 1.1.2022 genau 50.288 BEV und 36.600 PHEV. Leider geben die Zahlen des KBA nicht preis, wieviel Prozent davon auf Totalschäden, Abmeldungen, Stilllegungen oder Exporte fallen.

Pkw-Bestand offenbart die Wahrheit auf Deutschlands Straßen

Pkw-Bestand offenbart die Wahrheit auf Deutschlands Straßen

Schwund von E-Fahrzeugen in der Statistik: Auffällig bei der Betrachtung der rein batterieelektrischen Fahrzeuge (BEV) und Plug-In-Hybride (PHEV) im Pkw-Bestand ist, dass deren Mengen sich anders entwickeln, als die Neuzulassungen es vermuten lassen. So wurden von Januar bis einschließlich September 272.473 BEV und 215.647 PHEV neu zugelassen, und rein rechnerisch müsste der Pkw-Bestand in etwa um diese Menge gewachsen sein. In der Realität ergibt sich allerdings ein deutliches Delta. So „fehlten“ zum Stichtag 1.10.2022 im Vergleich zum 1.1.2022 genau 50.288 BEV und 36.600 PHEV. Leider geben die Zahlen des KBA nicht preis, wieviel Prozent davon auf Totalschäden, Abmeldungen, Stilllegungen oder Exporte fallen.

Pkw-Bestand offenbart die Wahrheit auf Deutschlands Straßen

Pkw-Bestand fest in privater Hand: Von allen 48,7 Mio. Pkw, die zum 1.10.2022 zugelassen waren, befanden sich 89% in privaten Händen. Diese Pkw unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Antriebsarten deutlich von den 11%, die auf gewerbliche Halter zulassen waren. Privatpersonen bevorzugen vor allem Benziner, gewerbliche nach wie vor den Diesel. Bei den Alternativen Antrieben, die bei privaten Haltern 5% und bei gewerblichen 23% ausmachen, lässt sich folgendes beobachten: Die größte Teilmenge machen die HEV und mHEV aus, letztere müssten strenggenommen zu den Verbrennern gerechnet werden. Von allen rein batteriebetriebenen E-Autos (BEV) sind etwa 500.000 Pkw auf private und nur knapp 340.000 auf gewerbliche Halter zugelassen. Zusammen machen sie damit nur 1,7% des Pkw-Bestandes aus.

Pkw-Bestand offenbart die Wahrheit auf Deutschlands Straßen

Teuerstes Tankjahr aller Zeiten: Auf Basis der Datenerhebung des ADAC wird das Jahr 2022 als das teuerste Tankjahr aller Zeiten in die Geschichte eingehen. Die Preise für Kraftstoffe sind seit Herbst 2021 stetig angestiegen. Besonders beim Diesel wurde dies sehr deutlich. Lag dieser Kraftstoff in den vergangenen Jahren stets deutlich unter den Preisen für Benzin (Super E10), durchbrach dieser mit 214,0 Cent im März 2022 erstmals die Kosten eines Liters Benzin (206,9 Cent). Nach einer leichten Erholung im Juli und August 2022 – womöglich auch durch die befristete Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe von Juni bis August 2022 – stiegen die Preise beider Kraftstoffe wieder deutlich an und erreichten im Oktober 2022 beim Diesel 210,5 Cent pro Liter, beim Benzin 190,9 Cent pro Liter.

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DAT-Barometer 2021 Automobiles Wissen beginnt mit uns.

Rekordwerte bei Benzin-Gebrauchtwagen erreicht: Die Transaktionspreise von gebrauchten Benzin- und Dieselfahrzeugen verlaufen seit Frühjahr 2022 auf zwei hohen parallelen Plateaus. Besonders die Werte der dreijährigen Benzin-Gebrauchtwagen blieben seit April 2022 mit nur sehr leichten Schwankungen unverändert bei über 67% – nachdem sie seit Sommer 2021 permanent angestiegen waren. Im Monat Oktober 2022 legten diese dann nochmals leicht zu und erreichten nun 68,2 Prozent ihres ehemaligen Listenneupreises. Das sind Rekordwerte, die in der Vergangenheit nur ein- oder eineinhalbjährige Fahrzeuge erreicht haben. Dreijährige Diesel-Gebrauchtwagen pendelten sich bei 65,3% ihres ehemaligen Listenneupreises ein, sie stiegen nicht weiter an. 

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DAT-Barometer 2021 Automobiles Wissen beginnt mit uns.

DAT-Barometer 2021 Automobiles Wissen beginnt mit uns.Die Mobilitätswende ist längst im Fuhrpark- und Mobilitätsmanagement angekommen. Doch der Umbau in Richtung Alternative Antriebe dauert seine Zeit. Diese haben zwar mit Benzinern gleichgezogen und wachsen – doch lange nicht so wie man es durch die Präsenz des Themas in der Öffentlichkeit glauben würde. Förderungen und medialer Hype sind eben noch keine
hinreichende Entscheidungsgrundlage für Unternehmen. Die Entscheidung für alternative Antriebe ist im Wesentlichen abhängig von der Relevanz für die
eigenen Mobilitätsanforderungen und der Verfügbarkeit, die derzeit noch immer ein Problem darstellt. Erfreulicherweise zeigen die Ergebnisse des DAT-Barometers allerdings, dass mittlerweile alle befragten Fuhrparkleitenden mindestens ein Fahrzeug mit alternativem Antrieb in der Flotte einsetzen. Ein wichtiger Schritt hin zur Mobilität der Zukunft. Klar ist aber auch, dass eine Mobilitätswende kein radikaler Umbruch sein kann. Damit der Prozess gelingt, bedarf es Übergangstechnologien und angemessene politische Rahmenbedingungen. Ein bereits angegangenes Problem ist die Förderung der Plug-in-Hybride. Wir als Fuhrparkverband
haben die Förderung schon lange kritisiert, da Plug-in-Hybride nachweislich keinen
großen Anteil an der Reduzierung der CO2-Emissionen haben. In den meisten Fällen wird das
Fahrzeug als Verbrenner betrieben. Die Ergebnisse des DAT-Barometers zeigen, dass 51 Prozent
der Fuhrparkverantwortlichen denken, dass es Dienstwagenfahrer gibt, die den Plug-in-Hybrid
ausschließlich als Verbrenner fahren. Wir haben schon lange vor der Mogelpackung gewarnt und
gefordert, dass eine Förderung an eine adäquate Stromnutzung von 50 Prozent gekoppelt sein
muss. Nun hat die Regierung entschieden, die Förderung zum Ende des Jahres 2022 ganz auslaufen
zu lassen. Begründung: Sie seien inzwischen marktgängig und brauchen keine Förderung
mehr. Es wird sich zeigen, ob das die bessere Lösung ist. Um die Mobilitätswende voranzutreiben, muss sich noch einiges ändern – insbesondere beim Thema Ladeinfrastruktur. Nicht nur der Ausbau der Ladesäulen, sondern vor allem auch die Bekämpfung der Monopolstellung sowie des Tarifdschungels sind vonnöten. Da ist es begrü.enswert, dass 84 Prozent der Fuhrparkverantwortlichen das Problem selbst angehen und Lademöglichkeiten
am Arbeitsplatz bieten. Hinsichtlich der betrieblichen Mobilität besteht Handlungsbedarf, aber wir befinden uns auf dem richtigen Pfad.

Methodik Das DAT-Barometer ist eine Momentaufnahme aus primär- und sekundärspezifischen Daten des Automarkts. Monatlich werden hierzu umfangreiche Auswertungen vorgenommen, darunter v. a. aus Datenbanken der DAT und des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA).

Das nächste DAT-Barometer 
erscheint am 27. Februar 2023

Grundsätzliche Hinweise:

…ins Leben gerufen, um die Diskussion um den Diesel zu versachlichen. Gemäß dem Auftrag der DAT, als neutrale Instanz die Daten der Automobilbranche zu sammeln, anzureichern und diese wieder strukturiert dem Markt zur Verfügung zu stellen, konnte eine umfangreiche Wissensplattform geschaffen werden. Diese soll unter dem Namen DAT-Barometer auch weiterhin als Grundlage all denjenigen dienen, die sich in öffentlichen Diskussionen über Themen aus der Automobilbranche vorzugsweise auf Fakten als auf Meinungen stützen. Die unterschiedlichen Perspektiven (private Autokaufplaner, Pkw-Halter, Automobilhändler, Fuhrparkverantwortliche) der einzelnen Veröffentlichungen zeigen hierbei das Spektrum des Marktes und dessen Sicht auf die individuelle Mobilität

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Barometer November 2022 (PDF)

Alle Details zu bisherigen Themen, schneller Zugriff auf alle Grafiken, einfache Recherche
sämtlicher Daten – rückwirkend bis 2017.

Sämtliche im DAT-Barometer enthaltenen Angaben sind urheberrechtlich geschützt.
Nachdruck und fotomechanische/digitale Wiedergabe, auch auszugsweise, nur mit Quellenangabe
„Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT)“. Kommerzielle Nutzung, auch auszugsweise, nur nach vorheriger Zustimmung der DAT.

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